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Sud Nr. 8: Himbeer-Bier

Anfang Juni hatten wir ein Problem mit unserer Kühltruhe: Diese taute wegen eines Problems mit der Stromversorgung vollkommen ab. So mussten wir zwangsweise einen Grillabend einlegen, um wenigsten einen Teil des Inhaltes vor dem Verderben zu retten. Unter anderm befand sich aber auch noch ein Kilo Himbeeren in der Truhe sowie eine geschrotete Malzmischung für 10 Liter Lagerbier.

So kam ich auf die Idee, mal das Brauen eines Fruchtbieres auzuprobieren. Da gerade die Hauptgährung meines letzen Weizenbiersudes lief, konnte ich dort gleich die benötigte Hefe ernten, Tettnanger Hopfen hatte ich ich auch noch am Lager - somit waren die Zutaten komplett. Es stellte sich mir allerdings die Frage, wie nun mit den Himbeeren zu verfahren ist. Im Internet fand ich zwar einige Rezepte zum brauen von Frucht-"Bier", die Beeren wurden aber je nach Rezept beim Maischen, beim Hopfenkochen oder erst zur Gährung hinzugefügt. Schliesslich entschied ich mich, die Beeren erst vor der Hauptgährung zur Würze zu geben.

Das Bier sollte nur einen leichte Hopfenbittere haben, so berechnet ich ein Bitterhopfenmenge von 15g Tettnanger mit ca. 4.8% Alphasäuren. Als Aromahopfengabe wählte ich noch mal 5g vom gleichen Hopfen.

Beerenzubereitung & Anstellen der Hefe

Während des Hopfenkochens gab ich ein 1.5 Kilogramm gefrorene Himbeeren in einen grossen Topf, einen viertel Liter Wasser dazu und kochte das Ganze unter gelegentlichem Umrühren auf. Ein Augenblick der Unachtsamkeit rächte sich dann sofort mit einem Überkochen der Himbeerbrühe, so dass etwas vom Fruchtsaft verlorenging.

Zum Anstellen der Hefe nahm ich einen halben Liter sterile Würze, die noch vom Weizenbierbrauen übrig war, und beimpfte diese mit der Wyeast 3068 aus meinem Hefeweizen-Sud Nr. 7. Innerhalb von einer Stunde war schon eine Schaumschicht im Becherglas zu sehen.

Gährung

Nach knapp fünf Tagen ist die Hauptgährung fast beendet: Beim Spindeln waren noch 3.5 ° Plato zu messen und beim anschliessenden Probieren durfte ich mich schon mal am leckeren Geschmack des jungen Himbeerbieres erfreuen: Milde Säure sowie ein fruchtiger und ganz leicht bitterer Abgang lassen schon Vorfreude auf das fertige Gebräu aufkommen. Geht aber mehr in Richtung Wein als ins Bier ...

Schaum über Schaum

Es hat sich bei der Nachgährung der Himberreste wohl ziemlich viel CO2 gebildet. Beim Öffnen der Flasche schäumte der Inhalt komplett heraus. Nachdem mehrere Rettungsversuche fehlgeschlagen sind, habe ich alles in den Ausguss gekippt bzw. schäumen lassen. Aus dem Himbeer-Bier ist also leider nichts geworden.