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Sud Nr. 1 - Neujahrsbier 2011

Meinen ersten Brauversuch habe ich am Neujahrstag 2011 unternommen. Es sollten 10 Liter Liter Bier mit dem Malzpaket "Landhausbräu" von "Bier von Dir" gebraut werden. Das Malzpaket enthält etwa 2.7 kg geschrotetes Malz, 2 Packungen mit Hopfenpellets und eine Packung Trockenhefe. Das Brauschema für dieses Bier ist ziemlich einfach, da beim Maischeprozess nur drei Temperaturstufen gefahren werden müssen. Ausserdem ist das Bier nach 2-3 Wochen Lagerung trinkfertig. Man braucht also nicht allzu lange zu warten, um sein erstes selbstgebrautes Bier geniessen zu können.

Das Malzkit hatte ich bereits in der Woche vor Weihnachten erstanden. Nun war es also höchste Zeit, das Bier zu brauen, bevor das geschrotete Malz sein Aroma verlieren würde. 

Um die Geruchsbelästigung für den Rest der Familie möglichst gering zu halten, sollte im Keller gebraut werden. Vorsorglich hatte ich am Abend zuvor die Heizung angestellt.

Nach einem gemütlichen Frühstück war dann gegen 11.00 Uhr morgens alles bereit zum Bierbrauen, es konnte also endlich losgehen!

11.00 Uhr

Das Maischewasser muss auf Temperatur gebracht werden. Also 8 Liter Wasser in den Einkochkessel und den Selbstgebauten Termperaturregler auf Solltemperatur von 52°C eingestell. Als Rührwerk kommt ein batteriebetriebener Grillmotor zum Einsatz, der an Rührpaddel aus Nirosta und Buchenholz antreibt.Prototyp der Brausoftware mit Temperatur-ReglerRührwerk im Einsatz beim Aufwärmen des Maischewassers

11:26 Uhr

Bei 53.5 °C ( ein leichtes Überschwingen der Regelung ist gewollt, um möglichst schnell auf einen neuen Sollwert regeln zu können ) werden 2.7 kg Malz langsam ins Maischwasser gegeben. Leider gab es dann hier schon das erste Problem: Ich hatte das Buchenholz nicht mit dem Nirosta-Stab verstiftet und so drehte der Rührer durch. Also immer wieder per Hand gerührt, nebenbei das Rührpaddel verstiftet und wieder ins Rührwerk gesteckt. Der Motor ist zum Glück stark genug - obwohl das Getriebe ordentlich Geräusche macht - und hält nun die ganze Masse in Bewegung.

Die Maische

11:42 Uhr

Nach 15 Minuten Rast bei 50 °C wird die Solltemperatur am Regler auf 65 °C gestellt.

11:54 Uhr

Die Solltemperatur von 65°C ist erreicht. Nun heisst es 20 Minuten rasten. Doch schon 5 Minuten später dann der grosse Schreck: Die Temperatur ist auf über 73°C angestiegen. Als Sofortmassnahme werden 2x 1 Liter kaltes Wasser in die Maische gegeben - und die Temperatur ist wieder bei etwas 60°C. Eine Analyse ergab, dass das Rührwerk nicht schnell genug dreht. So sammelt sich um das Thermometer Malz an und beeinträchtigt damit die Temperaturmessung. Dann kann die Regelung auch nicht funktionieren. Für den Rest des Maischens hatte ich daher immer mal wieder mit der Hand gerührt und das Thermometer so vom anhaftenden Malz befreit. Die Rast wird nun ein paar Minuten verlängert.

Sensorproblem durch zu langsames Rühren

12:21 Uhr

Nun wird die Solltemperatur in drei Stufen auf 74 °C eingestellt. Um 12.30 Uhr ist diese dann erreicht, nun eine halbe Stunde bei 74°C rasten. Zwischendurch hatte ich dann immer mal wieder das Rührwerk unterstützt, um nicht wieder in das Temperaturproblem zu laufen. Die Temperatur von 78°C darf auf keinen Fall überschritten werden, da ansonsten Stärke freigesetzt wird und gleichzeit die stärkeabbauenden Enzyme zertört werden würden.

13:00 Uhr

Kurz nach 13.00 Uhr wird eine Jodprobe gemacht - alle Stärke ist verzuckert - bereit zum Abläutern.

Als Läuterbottich setzte ich einen umgebauten Gäreimer ein. Ein Panzerschlauch dient dabei als Läuterbodenersatz. Er war etwas zu lang geraten, hat aber trotzdem einwandfrei seinen Dienst getan. Für den nächsten Einsatz werde ich den Panzerschlauch kürzen.

Selbstgebauter Läutereimer mit Panzerschlauch

13:07 Uhr

Nun wird die Maische in den Läuterbottich gekippt. Der Einkochautomat wird gereinigt und mit 6 Liter Wasser für den Nachguss beschickt. Von den vorgesehenen 8 Litern hatte ich ja schon zwei Liter für die "Notkühlung" verwendet.

Das Läutern mit dem Panzerschlauch funktioniert prima und zwischendurch finde ich Zeit, um mit der Familie gemeinsam Mittag zu essen.

14:35 Uhr

Das Kochen der Würze wird gestartet. Der Orginal Deckel des Einkochautomaten erhält dazu noch schnell ein Loch für den Temperaturfühler und wird den gekippt auf den Einkochautomaten gesetzt. So kann der Dampf beim Kochen prima durch das geöffnete Kellerfenster entweichen.

Der Treber wird im Biomüll entsorgt - eigenlich einzig grössere Menge Abfall, der beim Bierbrauen anfällt. Könnte man wohl auch noch als Tierfutter einsetzen, aber Schweine haben wir nicht.

15:00 Uhr

Die Würze kocht und erhält die erste Hopfengabe. Nun habe ich erst einmal etwas Pause.

Würzekochen

15:45 Uhr

Noch 15 Minuten bis zum Ende des Hopfenkochens, Zeit für die zweite Hopfengabe. Der Geruch ist wirklich nicht der angenehmste.

16:25 Uhr

Das Hopfenkochen ist beendet. Mit einem Whirlpool werden die Trubteilchen in die Mitte des Bodens vom Einkochkessel befördert. Die Würze wird nun vorsichtig über ein Filtertuch in den Gäreimer abgelassen.

Kühlen der Würze in der freien NaturInsgesamt sind nun etwa  9 Liter Würze bereit zum Abkühlen. Da ich noch keine Kühler besitze, mache ich mir die Jahreszeit zugute und stelle die heisse Würze nach draussen auf die Terasse. Spätenstens zum Frührjahr werde ich dann wohl einen Kühler anschaffen müssen.

Der Einkochkessel und die nicht mehr benötigten Gerätschaften werden schon einmal gründlich gereinigt und verstaut.

Nebenbei wurde die Trockenhefe aktiviert. Dazu gab ich den Inhalt einer Flasche Malzbier in einen Kochtopf, füllte mit Wasser auf insgesamt 1 Liter auf und brachte das Ganze zum Kochen.

Nach dem Abkühlen des Malzbieres auf unter 27 °C rührte ich die Hefe ein und deckte alles mit Frischhaltefolie ab. Kurze Zeit später konnte man schon sehen, wie die Hefe erwachte.

Als Stammwürzegahlt hatte ich 1,062 S.G. ermittelt, was knapp 16° Plato entspricht. Etwas zu hoch, so dass ich noch mit einem zusätzlichen Liter abgekochtem Wasser etwas verdünnt habe, da ich kein Bockbier brauen wollte.

18:00 Uhr

Endlich ist die Würze auf 27°C abgekühlt. Die vorbereitete Hefe wird dazugegeben und das ganzen im Keller bei ca. 21°C aufgestellt. Wie gut, dass es dort eine Fussbodenheizung gibt!

Die Hefe ist fertig

21:40 Uhr

Die Hefe ist am Schaffen - nun heisst es erst einmal abwarten. 

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Abfüllen in Flaschen

Nach einer Woche ist es nun soweit: Die Hauptgährung ist beendet. Bei der Spindelung der Restwürze hatte ich noch eine Dichte von ewa 1,022 g/ml, entsprechend etwa knapp 6 °Plato bei etwa 22°C. Eigentlich etwas hoch, aber ich konnte keine Blasen im Gärverschluss mehr beobachten.

Alles bereit zum Abfüllen ...Also wurde der Küchentisch sorgfältig gewischt, die Flaschen gereinigt, desinfiziert, noch einmal heiss ausgspült und anschliessend mit dem Bügelverschluss versehen.

Als Speise für die Flaschengährung habe ich Zucker entsprechend dem Brauschema verwendet, diesen aber zuvor in kochendem Wasser aufgelöst. In jede Flasche habe ich dann mit einer Einmalspritze 10 ml der Zuckerlösung vorgelegt.

Zum Abfüllen der Flaschen habe ich ein Abfüllstäbchen verwendet.

Eine Flasche habe ich mit einem Flaschen-Manometer versehen, um den Druckaufbau in den Flaschen kontrollieren zu können. Ggfs. kann ich die Flaschen dann mal kurz entlüften, falls der Druck zu stark ansteigen sollte. Insgesamt habe ich knapp 10 Liter Bier abfüllen können, etwa 1/2 Liter ging beim Abfüllen verloren. Nun noch eine Woche bei Raumtemperatur in der Flasche gähren lässen und dann für 2-3 Wochen kühl lagern.

Die Ausbeute: Knapp 10 Liter Bier abgefüllt in 29 Flaschen

Erstes Probieren ...

Nachdem das Bier nun gut eine Woche bei etwa 0°C gelagert hatte, habe ich heute mal eine Flasche geöffnet - mit einem ordentlichen Plopp. Das Kohlendioxid war schon gut gebunden, das Bier war zwar noch etwas trüb - hat aber schon unglaublich lecker geschmeckt!

Bier nach 1 Woche Lagerung - einfach lecker!