Das fertige Layout muss nun auf die Platine übertragen werden. Ich setzt dazu mit einem lichtempfindlichen Lack beschichtete Platinen ein. Ich habe mich mittlerweile für das Platinenmaterial der Firma Bungard entschieden. Je nach Hersteller können die Belichtungszeiten für die Platinen schwanken.
Zur Übertragung des Layouts drucke ich dieses mit einem Laserdrucker auf einen Transparentfolie aus. Die eingesetzte Folie muss aber ausdrücklich für Laserdrucker geeignet sein, ansonsten läuft man in Gefahr den Drucker zu beschädigen. Eventuell ergibt sich beim Ausdruck ein anderer Massstab als 1:1, dann muss in den Layoutverfahren ein ensprechender Korrekturfaktor eingetragen werden. Diesen kann man mit Lineal und Taschenrechner leicht ermitteln:
Korrekturfaktor = Soll-Mass / Mass des Ausdruckes
Beispiel:
Eine Platinenseite wird mit einer Länge von 4,5 cm ausgedruckt. Das Mass der Platine
soll aber 5 cm sein. Damit ergibt sich ein Korrekturfaktor von
Korrekturfaktor = 5cm / 4,5cm = 1,1111
Zur Ermittlung des Korrekturfaktors ist es vorteilhaft, wenn man beim Druck die sogenannten Passkreuze mit auswählt. Nach dem Ausdruck wird die Folie mit zusätzlichen Rand von etwa 1-2cm um das Platinenaussenmass ausgeschnitten.
Die Platine wir nun gegebenenfalls auf das gewünschte Mass zurechtgesägt. Dabei ist die Schutzfolie unbeding auf der Platine zu belassen. Ausserdem ist beim Sägen darauf zu achten, dass die Folie nicht beschädigt wird.

Sind die Platine und die Folie mit dem Layoutaudruck vorbereit, dann folgt die Übertragung des Layouts auf die Platine. Dazu setze ich einen Gesichtsbräuner ein, welchen ich bei eBay für diesen Zweck einmal ersteigert hatte. Für einem Preis von ca. 10 Euro bekommt man so ein prima UV-Belichtungsgerät mit einer eingebauten Zeitschaltuhr. Unmittelbar vor dem Belichten wir die Schutzfolie von der Platine abgezogen. Die Layoutfolie wird nun mit der Tonerschichtseite auf die fotobeschichtete Seite der Platine gelegt. Das ganze steckt man vorsichtig in einen Belichtungsrahmen, welcher die Layoutfolie flach auf die Platine presst.
Die Scheibe des Belichtungsrahmen muss unbeding UV-durchlässig sein. Normales Fensterglass ist daher nicht unbedingt geeignet, es filtert das UV-Licht und die Belichtungszeiten werden dann sehr land. Am Besten kauft man sich einen fertigen Belichtungsrahmen beim Elektronikbedarf.
Die Belichtungszeit ermittelt man einmal experimentell. Sie hängt vom verwendeten Platinenmaterial, dem UV-Belichungsgerät, dem Belichtungsrahmen und dem Abstand des Belichungsgerätes von der Platine ab. Auch der verwendete Entwickler hat einen Einfluss auf die erforderliche Belichtungszeit. Mit dem Platinenmaterial von Bungard erziele ich mit einer Belichtungszeit von 5 Minuten sehr gute Ergebnisse.
Der Belichtungsrahmen wird nun unter dem Gesichtsbräunder positioniert. Dazu lege ich den Gesichtsbräuner auf zwei etwa 8cm hohe Holzklötze und schiebe den Belichtungsrahmen mittig unter den Gesichtsbräuner.
Die gewünschte Belichtungszeit wird an der Zeitschaltuhr des Gesichtsbräuners eingestellt und die Belichtung gestartet. Nach Ende der Belichtung wird die Platine aus dem Belichtungsrahmen genommen und entwickelt.
Beim Entwicklungsvorgang löst sich der Photolack, welcher dem UV-Licht ausgesetzt war, von der Platine ab; die von dem Layout abgedeckten Partien des Photolacks bleiben auf der Platine haften und schützen so da darunterliegende Kupfer beim anschliessenden Ätzvorgang.
Als Entwickler verwende ich eine verdünnte Natrium-Hydroxid (NaOH) Lösung. Beim Elektronik-Bedarf hatte ich ein Entwicklerset bestehend aus einer Dose mit NaOH Perlen und einem Dosierlöffel gekauft. Damit lässt sich die Entwicklerlösung mit der korrekten Konzentration leicht herstellen. Die NaOH-Lösung ist eine starke Lauge und ätzend. Daher ist beim Ansetzen der Entwicklerlösung und beim Umgang mit dem Entwickler entsprechende Vorsicht walten zu lassen. Die Entwicklerlösung verwende ich jeweils nur einmal.
Zur Entwicklung wird die belichtete Platine in eine flache Schale gelegt und mit dem Entwickler übergossen. Die Schale wird leicht hin- und herbewegt, bis sich der belichtete Photolack in leichten Schlieren abgelöst hat. Anschliessend wird die Platine gut gewässert. Das Layout ist nun deutlich auf der Platine zu erkennen.
Die Partien, welche durch das Layout abgedeckt waren, sind mit einer dunklen Schicht des entwickelten Photolackes bedeckt und damit beim Ätzvorgang vor dem Ätzmittel geschützt. War die Belichtungszeit korrekt, so müssen alle Ränder der mit Photolack bedeckten Partien sauber und scharf abgegrenzt sein.