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Sud Nr. 2 - Red Baron

Mein zweiter Sud sollte ein "Red Baron" werden, ein  amberfarbenes Spezialbier. Hopfen, Malz und Hefe habe ich in passender Zusammenstellung als Malzkit von "Bier von Dir" gekauft. Mein erster Sud war aufgrund des harten Wassers etwas dunkel geraten. Daher habe ich dieses Mal abgekochtes Wasser als Brauwasser verwendet, mit einer Härte von etwa 5 deutschen Härtegraden. Für 10 Liter Bier brauchte ich knapp 20 Liter Brauwasser.

Für den zweiten Sud hatte ich ausserdem mein Brau-Equipment etwas verbessert: Am 15. Januar 2011 hatte der nur zwei Dörfer entfernte "Brau- und Rauch-Shop" Tag der Offenen Tür. Ich nutze die Gelegenheit sowie den damit verbundenen Abhol-Rabatt und kaufte mir einen kleinen Plattenkühler und einen Läuterboden aus gelochtem Nirostablech. Ausserdem verpasste ich meinem Rührwerk einen zweiten Rührflügel.

Technische Probleme ...

Trotz sorgfältiger Vorbereitungen gab es dann leider beim Maischen einige technische Probleme. Durch den zweiten Rührflügel wurde der Motor und das Getriebe des Rührwerkes wesentlich stärker belastet. Zunächst drehte sich das Rührwerk überhaupt nicht mehr. Erst nach Zugabe von 2 Litern Wasser zum Hauptguss wurde die Maischemenge unter entsetzlichen Getriebegeräuschen in Bewegung versetzt. Die Betriebsspannung des eingesetzten Grillmotors erhöhte ich von 1.5 auf 4.5 Volt und erreichte damit eine Rührgeschwindigkeit von etwas 80 Umdrehungen pro Minute - bis kurz vor dem Abmaischen das Rührwerk sill stand: Getriebenschaden, nichts ging mehr. Demzufolge funktionierte auch die Temperaturregelung nicht mehr, das Thermometer konnte die Temperatur nicht mehr richtig messen. Trotz schneller Abschaltung der Heizung stieg die Abmaischtemperatur auf über 82°C, so dass Stärke freigesetzt wurde. Glücklicherweise waren aber noch nicht alle Enzyme zerstört, und die Stärke konnte wieder abgebaut werden.

Für den nächsten Sud muss ich wohl ein neues Rührwerk bauen. Ausserdem muss ich die Parameter der Temperatur-Regelung anpassen, da sich die Wärmekapazität von Maische doch deutlich von der des Wasssers unterscheidet.

... und Verbesserungen

Mit dem neuen Läuterboden bin ich sehr zufrieden: Beim Läutern lief die Würze sehr schnell klar. Die Handhabung und Reinigung war ebenfalls sehr einfach. Ein Vorteil dieses Läuterbodens ist, dass er sich in Läutergefässen mit unterschiedlichen Durchmessern einsetzen lässt. Ein Gäreimer lässt sich mit dem Boden schnell in einen Läuterbottich umrüsten.

Das Abkühlen der heissen Würze mit dem Plattenkühler verlief überraschend schnell: Die Würze wird quasi in Echtzeit gekühlt - für obergärige Biere muss man beim Einstellen des Kühlwasserzuflusses darauf achten, dass die Würze nicht zu stark gekühlt wird.

Turbogährung

Die Hauptgährung verlief sehr heftig und nach knapp zwei Tagen tat sich nichts mehr - klein Blubbern, kein Schaum. Etwas verunsichert, suchte ich im Internetforum "hobbybrauer.de" nach Rat. Dort wurde mir bestätigt, dass so eine schnelle Gährung schon mal vorkommen könne, besonders wohl bei einigen "Turbohefen". Eine Nachfrage, welche Hefe im Malzkit enthalten war, verlief allerdings  nicht erfolgreich: "Das Rezept sei geheim", wurde mir bei "Bier von Dir" gesagt, aber "solch eine schnelle Gährung wäre schon möglich - je nachdem wie frisch die Hefe abgepackt wurde".

Am 20. Januar 2011 habe ich Zucker in etwas kochendem Wasser aufgelöst, das Ganze abkühlen lassen und zum Bier gegeben, um es dann in Flaschen abzufüllen. Nach kurzer Zeit war die Hefe wieder aktiv und die Flaschengährung in vollem Gange.

Jungbier

Ein junger  Nach einer Woche Lagerung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es dann soweit: Die erste Flasche wurde geöffnet.

Ein leichtes Plopp - ein vorsichtig in ein mit kaltem Wasser ausgewaschenes Glas eingeschenkt. Das Bier war noch etwas trüb - kein Wunder hätte ja noch 4-5 Wochen lagern müssen - auch vom Geschmack her. Da ist wohl noch ein wenig Geduld angesagt!

Hier schon einmal ein erstes Bild. Die  Farbe ist rötlich und der Schaum hält eine ganze Weile. Die Carbonisierung hätte nach meinem Geschmack noch etwas stärker sein können.

Aber noch ist das Bier ja nicht fertig. Da hilft nur Abwarten und reifen lassen. Die Temperaturen um den Nullpunkt ergeben im Moment ideale Lagerbedingungen. Mittlerweile bleibt etwas Zeit, um ein kleines Etikett zu entwerfen. Das soll dann mittels Bindfaden an der Bügelflasche bestigt werden.

So langsam wird es ...

Label Nach knapp vier Wochen fängt es an, richtig gut zu schmecken. Da ist wohl wirklich ein wenig Geduld bei der Lagerung angesagt.

Mittlerweile habe ich kleine Ettiketten angefertigt. Diese werden mit einem Stück Bindfaden an der Bügelflasche befestigt und können später bei geleerter Flasche wieder leicht entfernt werden. Gedruckt habe ich überigens auf Blankopostkarten - das ergibt dann zwei Labels pro Karte.